Früher wurden Radnabenlager meist paarweise als einreihige Kegelrollen- oder Kugellager eingesetzt. Mit der Weiterentwicklung der Technologie haben sich Radnabeneinheiten weit verbreitet. Diese werden immer häufiger verwendet und sind mittlerweile in der dritten Generation verfügbar: Die erste Generation besteht aus zweireihigen Schrägkugellagern. Die zweite Generation verfügt über einen Flansch zur Befestigung des Lagers auf der Außenlaufbahn. Die Lagerhülse kann einfach auf die Achse aufgesetzt und mit einer Mutter fixiert werden, was die Wartung des Fahrzeugs vereinfacht. Die dritte Generation von Radnabeneinheiten ist auf die Verwendung mit dem Antiblockiersystem (ABS) abgestimmt. Die Radnabeneinheit besitzt einen inneren und einen äußeren Flansch. Der innere Flansch wird mit der Antriebswelle verschraubt, während der äußere Flansch das gesamte Lager fixiert. Verschleißte oder beschädigte Radlager oder Radnabeneinheiten können zu unerwarteten und kostspieligen Fahrzeugausfällen im Straßenverkehr führen und sogar Ihre Sicherheit gefährden.
Bitte beachten Sie bei der Verwendung und dem Einbau von Radlagern folgende Punkte:
1. Um maximale Sicherheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten, wird empfohlen, die Radlager unabhängig vom Fahrzeugalter regelmäßig zu überprüfen. Achten Sie auf frühe Anzeichen von Lagerverschleiß, wie z. B. Reibungsgeräusche bei der Drehung oder ungewöhnliche Verzögerung des Radaufhängungssystems in Kurven. Bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb wird empfohlen, die vorderen Radlager bis zu einer Laufleistung von 38.000 km zu schmieren. Überprüfen Sie beim Austausch der Bremsanlage die Lager und ersetzen Sie die Öldichtungen.
2. Wenn Sie Geräusche aus dem Bereich des Radlagers hören, ist es zunächst wichtig, die genaue Stelle zu lokalisieren, an der das Geräusch auftritt. Viele bewegliche Teile können Geräusche verursachen, oder rotierende Teile können mit nicht rotierenden Teilen in Kontakt kommen. Bestätigt sich, dass das Geräusch vom Lager selbst kommt, ist dieses möglicherweise beschädigt und muss ausgetauscht werden.
3. Da die Arbeitsbedingungen der Vorderradnabe, die zum Ausfall der Lager auf beiden Seiten führen, ähnlich sind, wird empfohlen, sie paarweise zu ersetzen, selbst wenn nur ein Lager defekt ist.
4. Radlager sind empfindlicher und erfordern in jedem Fall die richtige Vorgehensweise und geeignetes Werkzeug. Bei Lagerung, Transport und Einbau dürfen die Lagerteile nicht beschädigt werden. Einige Lager benötigen einen höheren Anpressdruck, weshalb Spezialwerkzeug erforderlich ist. Beachten Sie stets die Herstellerangaben Ihres Fahrzeugs.
5. Lager müssen in einer sauberen und ordentlichen Umgebung eingebaut werden. Feine Partikel, die in die Lager gelangen, verkürzen deren Lebensdauer. Beim Lagerwechsel ist Sauberkeit unbedingt zu gewährleisten. Es ist verboten, mit einem Hammer auf das Lager zu schlagen oder darauf zu achten, dass es nicht herunterfällt (oder ähnliche unsachgemäße Handhabung). Vor dem Einbau müssen der Zustand der Welle und des Lagersitzes überprüft werden. Selbst geringfügiger Verschleiß kann zu Passungsproblemen und damit zu vorzeitigem Lagerausfall führen.
6. Versuchen Sie nicht, die Radlagereinheit zu demontieren oder den Dichtring der Radlagereinheit einzustellen, da dies den Dichtring beschädigen und zum Eindringen von Wasser oder Staub führen kann. Selbst bei Beschädigung des Dichtrings und der inneren Laufbahn kann es zu einem dauerhaften Lagerausfall kommen.
7. Im Dichtungsring des ABS-Lagers befindet sich ein magnetischer Schubring. Dieser Schubring ist unempfindlich gegenüber Stößen, Schlägen und dem Kontakt mit anderen Magnetfeldern. Nehmen Sie die Lager vor dem Einbau aus der Verpackung und halten Sie sie von Magnetfeldern, wie sie beispielsweise von Elektromotoren oder Elektrowerkzeugen erzeugt werden, fern. Überprüfen Sie nach dem Einbau der Lager deren Funktion während einer Fahrprüfung anhand der ABS-Warnleuchte im Armaturenbrett.
8. Radlager mit ABS-Magnetdruckring. Um die Einbauseite des Druckrings zu bestimmen, kann ein leichter, kleiner Gegenstand an den Rand des Lagers gehalten werden. Die vom Lager erzeugte Magnetkraft zieht den Gegenstand an. Beim Einbau muss die Seite mit dem Magnetdruckring nach innen, direkt zum ABS-Sensorelement, zeigen. Hinweis: Ein falscher Einbau kann zu Funktionsstörungen des Bremssystems führen.
9. Viele Lager sind abgedichtet und benötigen daher während ihrer gesamten Lebensdauer kein zusätzliches Fett. Andere, nicht abgedichtete Lager, wie z. B. zweireihige Kegelrollenlager, müssen hingegen bei der Montage gefettet werden. Da die Lagerinnenmaße variieren, ist es schwierig, die benötigte Fettmenge genau zu bestimmen. Am wichtigsten ist, dass sich ausreichend Fett im Lager befindet. Ist zu viel Fett vorhanden, tritt es beim Drehen des Lagers aus. Als Faustregel gilt: Die Fettmenge sollte bei der Montage 50 % des Lagerspiels betragen.
Atlas der Radlager für Kraftfahrzeuge
Atlas der Radnabenlager für Automobile (5 Blätter)
10. Beim Anziehen von Sicherungsmuttern variiert das Drehmoment aufgrund der unterschiedlichen Lagertypen und Lagersitze erheblich.